Donnerstag, 28. August 2014

Rede zur Montagsdemo vom 1. September 2014

Ohne Kapitalismus keine Kriege!
von Wolfgang Schäfer

Der Stern vom 14. August beschäftigte sich mit dem Phänomen der Glaubenskrieger aus westlichen Wohlstandsgesellschaften. Dabei ist mir der Satz eines Betreuers von Rückkehrern aufgefallen. „Das sind keine Geschichten von Terroristen, dass sind Geschichten von Menschen. Keine Arbeit, nur Gelegenheitsjobs, keine Anerkennung.“ Ein Schlüsselsatz!
Alle Kriegstreiber dieser Erde sagen diesen Menschen:“Bei uns bist Du jemand!“ Uniform und Waffe macht aus jedem unterprivilegierten einen gefürchteten Mann. Das wirkt in Deutschland, in Amerika, in Palästina, in der ISIS, in AL Kaida, bei den unzähligen afrikanischen Aufständischen, in der Ukraine einfach überall auf der Welt. In Deutschland sind unterprivilegierte Menschen mit Waffen und einer Ideologie zu Herren über Leben und Tod geworden – die NSU. Vorne drann sind überall auf der Welt Menschen ohne Perspektiven. Mit vorne drann meine ich natürlich an der Front bei den Kämpfen, beim Sterben, nicht beim Geschrei nach Krieg.
Warum wurde die Bundeswehr in eine Berufsarmee umgewandelt die jetzt in Schulen neue Perspektiven bieten will. Sie nimmt sogar minderjährige als Kanonenfutter. Je jünger je dümmer? Der Staatsbürger in Uniform ist und war nicht bereit für Rohstoffe und Handelswege in den Krieg zu ziehen. Dazu braucht man bildungsferne perspektivlose junge Menschen. Und die gibt es seit Hartz IV auch bei uns genügend. Mit Hartz IV wird der nötige Druck aufgebaut um diese jungen Menschen in die Kasernen zu locken. Viel krasser ist es aber in Palästina, dem ganzen nahen Osten oder in Afrika. Ein Heer von perspektivlosen, gedemütigten ungebildeten Männern, die nur zu gerne nach Anerkennung lechzen. Daraus rekrutieren sich alle Kämpfer dieser Welt. Soziale Ungerechtigkeit, also der Kapitalismus in Reinform, ist der Nährboden aller Kriege. Seit der Deregulierung der Märkte in Deutschland und der AGENDA 2010 ist der Kapitalismus mächtiger denn je in Deutschland. Das Ergebnis sind Kriege.
Wir hatten über 60 Jahre Frieden in Deutschland, keine Soldaten in Kampfeinsätzen. Und jetzt stehen wir fassungslos vor den Forderungen unserer Handlanger des Kapitals nach mehr Verantwortung in der Welt. Was in aller Welt haben Deutsche in Syrien, in Libyen oder im Irak zu tun?
Wer hat denn die Scheiße dort angerührt. Britische und amerikanische Armeen sind dort einmarschiert um die Interessen Ihrer Länder zu vertreten. Der Nahe Osten ist seit 1900 in drei Interessengebiete aufgeteilt. Deutschland kommt darin nicht vor. Ist das der Grund warum die Handlanger des Kapitals jetzt wollen, dass sich deutsche Soldaten in der von Amis und Briten angerührten Scheiße wälzen?
Der Grund zum ersten und zweiten Weltkrieg wieder akut?
Egal wo, geht es auf der einen Seite um Macht und Reichtum - auf der Seite der Kämpfer um Macht und Anerkennung. Und wie schon im dreißigjährigen Krieg wird Religion benutzt um dies zu verschleiern. Unser Bundespräsidenten Pastor, die Grünen Christin Göring-Eckart und Pfaffenbischöffe aus Köln pfeifen das Lied mit. Frau Käßmann wird als Christin verspottet. Von C-DU Politikern!
Vergessen die Geschichten in denen deutsche und französische Soldaten zwischen den Schützengräben Fußball spielten, Weihnachten zusammen feierten und dabei merkten, der andere ist ja auch nur Bauer oder Arbeiter und hat die gleichen Sorgen wie ich. Warum sollen wir uns gegenseitig umbringen. Die Offiziere haben dem dann einen Riegel vorgeschoben sonst wäre der erste Weltkrieg zu schnell vorbei gewesen. Nur das russische Volk war stark genug sich durchzusetzen. Überall merken Arbeiter und Bauern, dass sie nicht aufeinander schießen sollten. Tausende sind aus der ukrainischen Armee desertiert. Bei den Sunniten im Irak ebenfalls. Die Söldnerarmeen (Berufsarmeen) sind besser ausgerüstet, besser ausgebildet aber ihr Feind ist die Verbrüderung mit den perspektivlosen auf der anderen Seite. Verbrüderung der Arbeiter und Bauern auf beiden Seiten, gegen das Kapital, würde jeden Krieg verhindern – wie das russische Volk im 1.Weltkrieg bewies! - Erich Maria Remarque sagte einmal:
„Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hineingehen müssen.“ – Zitatende!
Und gehörigen Reibach dabei machen wär mein Zusatz zum Zitat.
Wer verliert jeden Krieg egal wie er ausgeht? - Der Frontsoldat!
Wer gewinnt jeden Krieg egal wie er ausgeht? – Der Kapitalist! Kriege brauchen Unsummen von Material und machen viel kaputt. Dies alles muss ja jemand herstellen und verkaufen. Das gibt satte Gewinne wie alle Kriege beweisen.
Deshalb ist der Kampf für soziale Gerechtigkeit, gegen Kapitalismus, der Kampf gegen Krieg. Auch unser Kampf gegen Hartz IV ist ein Kampf gegen Krieg! – Vielen Dank!

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