Samstag, 18. Juli 2015

Rede vom 13.07.2015 Hart(z) aber Herzlich - Urlaub mit Hartz IV

Hart „z“ aber herzlich beginnt die Urlaubszeit für uns in Hartz IV.
von Wolfgang Schäfer! Die Urlaubsplanung nimmt dabei einen großen Platz ein, denn unsere gesamte Freizeitindustrie bricht uns weg. Sie geht als erstes in Urlaub. Das Fernsehprogramm kommt nur noch aus der Konserve und die kennen wir ja - wir sind ja Langzeitarbeitslose. Auch unser Lesestoff wird dünner. Die Prospekte, Tagblatt- anzeiger oder Wochenblatt werden weniger. Martin S. wartet jetzt seit über sechs Wochen auf seine Nebenkostennachzahlung weil seine Sachbearbeiterin im Urlaub ist. Es fehlen ihm 20% seines Einkommens – und das ohne jegliche Rücklagen. Selbst der Arbeitslosentreff ging in den vergangenen Jahren in Urlaub. Also von da keine Hilfe.
Da Hartz IV sich ja bekanntlich auch auf die Löhne der Beschäftigten auswirkt wird es am Baggersee und im Freibad eng, denn viele können nicht mehr wegfahren. Es gab ja Politiker aus einer sogenannten sozialen Partei, die sagten uns: „Wer nicht arbeitet braucht auch nicht essen“. und natürlich auch keinen Urlaub. Aber selbst wer sich aus unerfindlichen Gründen Urlaub leisten könnte, darf nicht einfach ohne Zustimmung des Jobcenter wegfahren. Was dazu unser Grundgesetz sagt interessiert niemanden. Jeder Langzeitarbeitslose unterliegt einer faktischen Domizilpflicht, denn man kann auch nicht einfach umziehen ohne Zustimmung des Jobcenters. Auch da verstößt dieser Staat, diese Verwaltung gegen das Grundgesetz, dass er sich selbst gegeben hat.
Menschen wurden schonungslos in zwei Gruppen aufgeteilt.
Diejenigen die in der Lage und Willens waren für Andere riesige Gewinne zu erwirtschaften, man nennt sie Arbeiter, und diejenigen die dies nicht konnten oder wollten. Unsere ganze Gesellschaft dient nur noch der Gewinnmaximierung einiger weniger. Selbst Menschen die nicht arbeitslos sind aber nicht der Gewinnmaximierung dienen wurden schlecht bezahlt. Ob Krankenschwester, Erzieherin, Altenpflegerin, Frisörin oder Paketzusteller, sie alle dienten nicht der Produktion und wurden deswegen nur spärlich entlohnt. Doch durch Leih- und Zeitarbeit, durch kleinteilige Arbeitsschritte wird nun sogar in der Produktion weniger bezahlt. Auch Arbeiter und Angestellte die bisher noch gut verdienen werden nach unten gedrückt. Eigentlich sitzen doch alle im gleichen Boot, ob in Arbeit oder in Hartz IV.
Aber die mit Arbeit wollen nicht im gleichen Boot sitzen. Es könnte ja ansteckend sein. Sie arbeiten ja und die anderen sind die Faulenzer der Nation. So haben wir es von sogenannten Sozialdemokraten und Christsozialen gesagt bekommen. Der Virus verbreitet sich aber über einen Wirt, genannt Betriebswirtschaft.
So entkommen auch sie nicht. Es gibt Menschen die gehen jeden Tag morgens um sieben aus dem Haus und kommen abends wieder heim. Diese Menschen würden jeden Job annehmen um nicht stigmatisiert zu werden. Das Kapital hat mit der AGENDA 2010 erreicht was es wollte. Willfährige Billigjobber. Sie treiben die Löhne in den Keller und endsolidarisieren die Gesellschaft.
Prof. Dr. Klaus Dörre von der Universität Jena hat in einer groß angelegten Studie nachgewiesen, dass lediglich 8 bis 10% der Langzeitarbeitslosen nicht arbeiten wollen. 90 bis 92 % der Langzeitarbeitslosen suchen verzweifelt nach Arbeit.
Also betreiben unsere Lakaien des Kapitals, genannt Politiker, einen Aufwand von 25 Milliarden Euro (dies ist der Anteil an ALG II der nicht als Leistung ausgezahlt wird sondern für die Hartz Industrie ausgegeben wird) um ca. 200.000 arbeitsunwillige Menschen zu disziplinieren? Pro Aussteiger also 125.000,--€ jährl.
Auch die größte Lüge zu Hartz IV und der AGENDA 2010, nämlich dass aus dem kranken Mann Europas die erfolgreichste Volkswirt-schaft Europas wurde, ist längst widerlegt. Seriöse Studien unabhängiger Universitäten wie z.B. der Uni Freiburg, der Scool of Economie Oxfort, der Uni Jena und viele mehr, belegen eindeutig das die Volkswirtschaft durch Hartz IV behindert wird und nicht befördert.
Bleibt nur eines von Hartz IV und der AGENDA 2010:
Sie drückt die Löhne, untergräbt die Kampfkraft der Arbeiter und Angestellten und hat aus Deutschland eine große Fabrik gemacht. Wer drin arbeitet gehört dazu, wer nicht drin arbeitet wird ausgestoßen und diffamiert. Das sind die Werte, die jetzt mit Waffengewalt auf der ganzen Welt verteidigt werden soll. Von wem? Natürlich von arbeitswilligen Unterschichtkindern. Die sollen ihr Leben für diese „Werte“ aufs Spiel setzen? Irgendwie Pervers oder? Bei so wenig Menschlichkeit bin ich reif für die Insel! Ich wünsche allen einen schönen Urlaub – hoffentlich in Griechenland, dem Land das allen die Stirn bietet und deshalb eiskalt abgeschlachtet wird.
Vielen Dank!

Wolfgang Schäfer

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